Zum Inhalt:
Das Titelsignal ›Strategie‹ meint ein prinzipiengeleitetes, planvoll strukturiertes und ergeb-nisorientiertes Vorgehen. Diese Bedeutung erfüllen die hier versammelten fünfzehn Beiträge auf unterschiedliche Weise: als medienwissenschaftlicher Grundlagentext, filmhistorische Studie, werkspezifischer Forschungsbericht, exemplarische Filmanalyse mit ästhetischer und dramaturgischer Fokussierung, als rhetorische und narratologische Systematik, filmdidaktischer Zugang oder Praxisbericht. Kenntnisreich behandelt werden dabei nicht nur Spielfilme, vielmehr sind auch der Dokumentar- und Essayfilm einbezogen. Die ›Strategie‹ der einzelnen Beiträge bezieht sich dabei ent-weder auf eine Anleitung zum zielgerichteten Vorgehen oder demons-triert dieses in der Argumentationsstruktur des Beitrags selbst.
Thematisiert werden die ›Medienfrage‹ als wissenschaftsgeschichtliches Phänomen, die Facetten kommunikativen Handelns in den pragmatischen Prädispositionen der Filmrezeption, die Ästhetik und Dramaturgie narrativer Zeitstrategien, die Serialisierung, die Wechselwir-kungen von Sujet, Politik und Bildästhetik, die medialen Signifizierungsoptionen von Schrift und Bild, die rhetorischen Funktionsweisen des Rezipienten-bezugs, die Imagekategorien weiblicher Filmstars, die Bezüge von ästhetischer Theorie und Filmpraxis bei Sergej M. Ėjzenštejn, der Dokumentarstil von Künstlerporträts, ein filmdidaktisches Analysemodell, die historisch-kritischen Möglichkeiten menügesteuerter Film-Kommentierung, ästhetische Werkbezüge von Inszenierung und Inszeniertem, die Wechselwirkungen von Kunst und Senderecht sowie eine Reflexion der psychologischen Mechanismen von ästhetischen Vorprägungen und emotionalen Reaktionen.
Vorwort
HELMUT SCHANZE: Film/Fernsehen/Medien/Wissenschaft
KARL N. RENNER: Die Kooperation von ›Sprecher‹ und ›Hörer‹
MICHAEL SCHAUDIG: Narrative Zeitstrategien - Geschehenszeitliche Initialstrukturen und Funktionstypen in der Dramaturgie filmischer Handlungskonzeptionen
HANS KRAH: Erzählen in Folge - Eine Systematisierung narrativer Fortsetzungs-zusammenhänge
URSULA VON KEITZ: Die geschichtliche Zäsur als erzählerische Disruption - Zu Konrad Wolfs DER GETEILTE HIMMEL (1964)
OLIVER JAHRAUS: Erinnerung und Inszenierung - Zu Schrift und Bild als filmanalytischen Kategorien am Beispiel von SOPHIE SCHOLL – DIE LETZTEN TAGE (2005) und DER UNTERGANG (2004)
HERMANN BARTH: Den Zuschauer mitbedenken! - Filmrhetorische Strategien eines Dokumentarfilms am Beispiel von WHEN WE WERE KINGS (1996)
REINHOLD RAUH: Skandal! Skandal! - Zu einer Theorie des weiblichen Filmstars
ALEXANDER SCHWARZ: Ėjzenštejn und das Geheimnis der chinesischen Meister - Macht und Überwindung binärer Oppositionen
UTE SEIDERER: Künstlerporträts und Kreativitätsparadigmen im Kulturfilm der 1920er und 1930er Jahre - Das Beispiel SCHAFFENDE HÄNDE (1923–1933)
BERNHARD SPRINGER: Filmanalyse für die Praxis in Unterricht, Lehre und Filmdramaturgie am Beispiel von DER UNTERGANG (2004), THE MOTORCYCLE DIARIES (2003) und NAPOLA (2004)
ANNA BOHN: Kritische Filmedition und Kommentierung - Versuch über einen Zwischentitel aus Sergej M. Eisensteins PANZERKREUZER POTEMKIN (1925)
HORST CLAUS: Rembrandt, Almost by Himself - The Use of Paintings in Hans Steinhoff’s Film Biography REMBRANDT (1942)
JOHANNES PROKOPETZ: Tummelplatz der Kuriositäten - Die Begegnung von Kunst und Senderecht am Beispiel eines Fernsehbeitrags zu Paul Celans Gedicht Todesfuge
BERND SCHEFFER: Medien als Passion - Eine Projektskizze mit Blick auf CASABLANCA (1942)
Filmregister
AutorInnenverzeichnis